Deutscher Weiterbildungstag
im BVH

Diskussion um die digitale Zukunft der Altmark



Am 26.09.2018 haben sich beim Bildungsverbund Handwerk in Salzwedel anlässlich des 7. Deutschen Weiterbildungstages Unternehmer, Vertreter der Agentur für Arbeit, der IHK Magdeburg sowie die Geschäftsführung und Mitarbeiter des Bildungsverbund Handwerks unter dem Motto „Weiter bilden, Gesellschaft stärken!“ getroffen. Die Gesprächsrunde zum Thema „Digitalisierung und neue Tätigkeitsfelder in der Altmark“ wirft spannende Fragen zur Umsetzung und Umsetzbarkeit des Digitalisierungsprozesses in unserer Region auf.

 

An der Diskussion teilgenommen haben
  • Heidrun Meyer: Verantwortlich unter anderem für den Einkauf der Q1-Tankstelle Salzwedel
  • Jeffrey Reichardt ist Mitinhaber der Webagentur DevLabor in Salzwedel
  • Stefanie Roth ist Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Salzwedel und Gardelegen
  • Sylvia Radtke verantwortet in der IHK Magdeburg in der Geschäftsstelle Salzwedel den Bildungsservice bzw. die Aus- und Weiterbildung.
Was bedeutet die Digitalisierung für Menschen in der Altmark?

Was bedeutet die Digitalisierung für Menschen in der Altmark? Welche Institutionen und Unternehmen beschäftigen sich damit? Wie kann eine Qualifizierung der Arbeitnehmer für neue, digitale Berufe konkret aussehen? Oder: reicht uns die Grüne Wiese – und wir bleiben Zuschauer der Digitalisierung?

Gemäß Frau Roth, der Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Salzwedel und Gardelegen, sind wir bereits „mittendrin im Änderungsprozess. Es kommt ganz darauf an, wie es uns gelingt, gute IT-Fachkräfte in unserer Region auszubilden.“ Frau Radtke, Leiterin Bildungsservice und Aus- und Weiterbildung bei der IHK Magdeburg/Geschäftsstelle Salzwedel, hingegen sieht uns als Region erst im Anfangsstadium dieser digitalen Umwälzung, gerade was den neuen Ausbildungsberuf „Kauffrau/Kauffmann im E-Commerce“ angeht. Den gibt es erst seit August dieses Jahres, ab Oktober 2018 ist dann auch die Umschulung in diesen Beruf möglich. Für die neuen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung braucht es also nicht nur zeitnahe Zertifizierungen, sondern vor allem Ideen und Mut für neue Impulse und neue Konzepte.

Auf dem Foto zu sehen sind v.l.n.r. Jan Meine, Prokurist im Bildungsverbund Handwerk; Heidrun Meyer: Verantwortlich unter anderem für den Einkauf der Q1-Tankstelle Salzwedel; Jeffrey Reichardt ist Mitinhaber der Webagentur DevLabor in Salzwedel; Stefanie Roth ist Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Salzwedel und Gardelegen; Sylvia Radtke verantwortet in der IHK Magdeburg in der Geschäftsstelle Salzwedel den Bildungsservice bzw. die Aus- und Weiterbildung.
Das Internet ist schuld?

Tatsächlich findet die unsichtbare Digitalisierung ja schon statt, bestätigt auch Heidi Meyer, Verantwortliche für den Einkauf bei der Q1-Tankstelle in Salzwedel und überzeugte Nutzerin einer Online-Einkaufs-Software. Dank dieser Software kommt es zu deutlicher Effizienzsteigerung, flexiblerer Preisgestaltung und besserer Warensteuerung.

Bezüglich der Infrastruktur aus Unternehmenssicht fragen wir Jeffrey Reichardt, Mitinhaber der Webagentur DevLabor, ob und wie sich die Geschäftsmodelle aktuell ändern. „Ja, die ändern sich deutlich. Die Frage ist nur, ob wir dabei sind – oder eben nicht.“ Zum Ladensterben in der Salzwedeler Burgstraße höre man vor allem Kommentare mit dem Inhalt: Das Internet ist schuld. „Die Frage lautet doch viel mehr: wie können wir uns hier anpassen und zum Beispiel unsere Ware auch online anbieten?“ so Herr Reichardt. Dass das Umdenken bereits in vollem Gange ist bzw. bestens läuft beweist z. Bsp. der „TOMA Bike Shop“ in der Burgstraße – ein Fahrradladen mit kombiniertem Online-Handel und die „Erste Salzwedeler Baumkuchenfabrik“ mit ihrem Web-Shop. Frau Radtke verweist auch auf das Thema Breitband, also auf ein funktionierendes schnelles Internet als die Voraussetzung für diesen Umwälzungsprozess.

Und wer trägt nun die Verantwortung für die nötige Wissensvermittlung der Digitalisierung?

Und wer trägt nun die Verantwortung für die nötige Wissensvermittlung der Digitalisierung? Sind es die Schulen mit ihren Lehrplänen? Sind es öffentliche Institutionen wie die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter? Jeffrey Reichardt betont, dass diese Verantwortung tatsächlich von allen zusammen geschultert werden müsse: Unternehmen müssen digital-versierte Mitarbeiter ausbilden, Schulen und Berufsschulen haben ein enormes Verbesserungspotenzial bzgl. des technischen Standards und des digitalen Know-Hows und die Arbeitnehmer selbst tragen Verantwortung für ein lebenslanges Lernen. Ein bequemes Verweilen im Status Quo kostet uns nicht nur Arbeitsplätze – sondern vermutlich die Zukunft unserer ganzen Region.



Autorin: Melanie Meine

Bildquelle: Melanie Meine (BVH)